Wie fühlt es sich an, in luftiger Höhe über einen Balken zu balancieren? Wie viel Geschick braucht es, einen Holzblock mit einem Kran durch einen Parcours zu steuern? Und wie entsteht eigentlich ein Vogelhäuschen? Beim Erlebnistag Berufswelt im Bildungszentrum von Holzbau Schweiz in Schenkon konnten zwölf Jugendliche den Beruf Zimmerin/Zimmermann hautnah erleben – und dabei gleich selbst Hand anlegen.

Die Erlebnistage Berufswelt geben Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, verschiedene Berufe ausserhalb des Schulzimmers kennenzulernen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Initiiert und organisiert werden die Erlebnistage vom KMU- und Gewerbeverband Kanton Luzern (KGL) gemeinsam mit Partnern aus der Berufsbildung. Berufsverbände und Ausbildungszentren öffnen dabei ihre Türen und zeigen Jugendlichen, was hinter den verschiedenen Berufsbildern steckt. Im Vordergrund steht nicht die Theorie, sondern das eigene Erleben: ausprobieren, Fragen stellen, mitmachen und herausfinden, ob ein Beruf zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten passen könnte.

Viermal ein halber Tag Zimmermannsluft

Im Bildungszentrum von Holzbau Schweiz in Schenkon herrscht eine lebendige Atmosphäre. Kein Wunder: Hier finden die überbetrieblichen Kurse der Lernenden Zimmerleute statt. Es wird gehämmert, gesägt, gemessen und gebaut – und die angehenden Berufsleute können ihr Handwerk direkt in der Praxis vertiefen.

Am 3. und 4. September waren im Rahmen der Erlebnistage Berufswelt zusätzlich Schülerinnen und Schüler zu Gast. Während vier Halbtagen besuchte jeweils eine Schulklasse das Bildungszentrum, um den Beruf Zimmerin/Zimmermann kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Am Donnerstagnachmittag war die Schule Mariazell mit zwölf Jugendlichen vor Ort.

Ausprobieren statt nur zuschauen

Beim gesicherten Balkenlaufen konnten die Jugendlichen gleich zu Beginn ihre Schwindelfreiheit unter Beweis stellen. Unter Anleitung der ausgebildeten Zimmerin Sina ging es über den Balken in luftiger Höhe – eine Erfahrung, die zeigt: Wer Zimmerin oder Zimmermann werden möchte, sollte schwindelfrei sein.

Beim «Kranen» waren anschliessend eine sichere Hand und ein gutes Auge gefragt. Einen gesteuerten Holzblock galt es durch einen vorbereiteten Parcours zu manövrieren. Lernender Beat zeigte, worauf es ankommt, und unterstützte die Jugendlichen dabei.

Das Meisterstück: ein eigenes Vogelhäuschen

Anschliessend wartete das Meisterstück des Nachmittags: Jede und jeder Teilnehmende durfte ein eigenes Vogelhäuschen bauen. Die Lernenden Julian und Ben erklärten die Vorgehensweise und die richtigen Vermassungen. Dann ging es ans Messen, Markieren, Bohren und Zusammenbauen. Auch

der Futterball durfte nicht fehlen. So entstanden zwölf individuelle Vogelhäuschen, die später hoffentlich auch den Vögeln Freude bereiten.

Berufsleute als Botschafter ihres Berufs

Für Zentrumsleiter Reto Birchler sind die Erlebnistage Berufswelt eine wertvolle Gelegenheit, Jugendlichen früh einen authentischen Einblick in den Beruf Zimmerin/Zimmermann zu geben. Besonders schätzt er dabei die Unterstützung durch Lernende und junge Berufsleute. Sie vermitteln ihre Erfahrungen auf Augenhöhe und können ihre Begeisterung für das Handwerk direkt weitergeben.

Als Erinnerung durften die Jugendlichen ihr selbst gebautes Vogelhäuschen sowie einen Doppelmeter und einen Bleistift mit nach Hause nehmen.

Gerne auch nächstes Jahr

Die Erlebnistage Berufswelt bieten Jugendlichen die Möglichkeit, Berufe nicht nur kennenzulernen, sondern selbst auszuprobieren. Gerade dieser praktische Zugang kann bei der späteren Berufswahl wertvolle Impulse geben.

Bleibt zu hoffen, dass auch im kommenden Jahr wieder zahlreiche interessierte Schülerinnen und Schüler im Bildungszentrum von Holzbau Schweiz in Schenkon begrüsst werden dürfen – und vielleicht die eine oder der andere dabei entdeckt: Zimmerin oder Zimmermann – das könnte etwas für mich sein.